und die
Schulobrigkeit auch
Mit schöner Regelmäßigkeit habe ich anderweitig meine Abneigung gegenüber der werten Schulobrigkeit abgelassen
Heute aber bin ich milde gestimmt und möchte ich zeigen, wann die Schulobrigkeit gut ist.
Dass die Schulobrigkeit „gut“ ist, ist nicht ironisch gemeint, aber ebenso wenig werde ich jetzt auf meine alten Tage anbiedernd versöhnlerisch
(
„versöhnlich auf eine kitschige Art und Weise; allzu versöhnlich“).
Nichtsdestotrotz habe ich in "[...] wann die Schulobrigkeit gut ist [...]"
eine nette kleine Fußangel
eingebaut:
die Schulobrigkeit ist
,
(sondern überflüssig, sinnlos, kontraproduktiv oder sogar gefährlich),
wenn sie reglementiert, kontrolliert und bewertet
(wobei Reglementierung, Kontrolle und Bewertung allerdings häufig euphemistisch als Hilfe
["in deinem wohlverstandenen eigenen Interesse"]
ausgegeben werden; vgl. etwa
):

Die Schulobrigkeit kann gar nicht gut sein, denn wenn sie "nur" hilft und ermöglicht, ist sie ja keine Obrigkeit (mehr), sondern eine Partnerin.
Ein rundum ernstgemeintes Beispiel dafür, dass
die Schulbürokratie in Teilbereichen nicht nur "gut", sondern sogar
hervorragend sein kann, ist die Abteilung
"Schulpsychologie" der Bezirksregierung Münster
(und zwar wohl schon allein deshalb, weil da in den allermeisten Fällen Reglement und Kontrolle massiv kontraproduktiv wären):
da werden unendlich viele Hilfen für Schüler, Eltern, Lehrer und Beratungslehrer gegeben!
Ich habe leider einige Jahre in einem
(wenn auch - bei der Schulobrigkeit kaum anders zu erwarten - sinnlosen)
"Schulversuch" des Schulministeriums mitgearbeitet, und das auch nur, weil es da weder um Reglementierung noch um Kontrolle ging.
Denn so tief kann ich doch gar nicht sinken, mich für die Reglementierung und Kontrolle von Lehrern herzugeben, zumal
(mal abgesehen von Missbrauch und Terrorisierung von Schülern)
es keinerlei verlässliche Kriterien dafür gibt, was ein "guter" bzw. "schlechter" Lehrer ist,
ein "guter" bzw. "schlechter" Lehrer wohl kaum das ist, was die Schulobrigkeit unter diesen Begriffen versteht.
Ein Beispiel: ein Lehrer, der
die Schüler zwar verlässlich auf die leider zentralen Abschlussprüfungen vorbereitet,
ansonsten aber (gelinde gesagt:) lax mit den Lehrplänen umgeht,
ist eventuell gerade wegen des laxen Umgangs mit idiotischen Lehrplänen ein besonders guter Lehrer.